Zuverdienst bei Erwerbsunfähigkeitsrente



Zuverdienst bei ErwerbsunfähigkeitDie Zuverdienstgrenze bei Erwerbsminderungsrenten regeln der § 96a SGB VI sowie der § 313 SGB VI für Rentenbezieher, die wiederholt die Erwerbsminderungsrente beziehen, des Weiteren der § 302a SGB VI für übergeleitete Invalidenrenten. Die Regelungen entsprechen denselben wie diejenigen für eine vorzeitige, volle Altersrente.

Hinzuverdienst im Einzelnen



Bei voller Erwerbsminderung beträgt die Zuverdienstgrenze 450 Euro monatlich, zweimal jährlich können 900 Euro erreicht werden. In der Regel werden gleitende Sätze akzeptiert, es kann also der Durchschnitt beispielsweise eines halben Jahres gebildet werden, wenn das Einkommen um die Grenze schwankt. Für eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung gelten andere, komplexere Regeln. Je nach Zuverdienst erfolgt eine Kürzung:
  • bei voller Erwerbsminderung auf 75%, 50% oder 25%
  • bei teilweiser Erwerbsminderung auf 50% oder komplett
Die Hinzuverdienstgrenzen werden durch den Rentenversicherungsträger individuell berechnet. Die Grenze kann in jedem Fall zweimal jährlich um 100% überschritten werden (beispielsweise 900 Euro statt 450 Euro). Sollte der Versicherungsnehmer innerhalb eines Jahres - wie meist anzunehmen - von einer Rentenart (Erwerbsminderungsrente) in eine andere Rentenart (vorgezogene oder endgültige Altersrente) wechseln, kann die Zuverdienstgrenze erneut zweimal in diesem Kalenderjahr überschritten werden. Zum Zuverdienst bei einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung gehören auch Arbeitslosengeld und Sozialleistungen. Die Empfänger stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und haben daher Anspruch auf ALG I oder II, wenn sie zuvor (nicht länger als fünf Jahre zurückliegend) sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Diese Leistungen aus ALG I oder II werden ebenso wie Sozialhilfe, Elterngeld oder sonstige Transferleistungen wie ein Zuverdienst behandelt und addieren sich gegebenenfalls zu einem Erwerbseinkommen. Erwerbsgeminderte Personen sollten mit dem Sachbearbeiter ihrer Rentenkasse vor der Aufnahme einer Beschäftigung über ihre individuelle Zuverdienstgrenze sprechen. Für nicht angegebene Bezüge wird später die zu viel gezahlte Rente zurückgefordert.



Berechnung des Zuverdienstes bei teilweiser Erwerbsminderung



Sollte eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung gezahlt werden, ergeben sich spezielle Zuverdienstgrenzen. Hierbei wird unterschieden, ob die Rente in voller oder halber Höhe (jeweils für Teilerwerbsminderung) gezahlt wird:
  • bei voller Höhe: monatliche Bezugsgröße x 0,23 x Entgeltpunkte der drei Jahre vor Renteneintritt (mindestens 1,5 Punkte)
  • bei halber Höhe: monatliche Bezugsgröße x 0,28 x Entgeltpunkte der drei Jahre vor Renteneintritt (mindestens 1,5 Punkte)
Tatsächlich liegen die individuellen Zuverdienstgrenzen bei einer Rente wegen Teilerwerbsminderung relativ hoch, es ist mit über 1.000 Euro zu rechnen. Entscheidend ist der Einzelfall!
Nicht zum Zuverdienst gehören:

  • Pflegegeld durch die Pflegeversicherung
  • Einkünfte als Behinderter etwa in der Behindertenwerkstatt
  • reine Aufwandsentschädigungen für Ehrenbeamte der Kommunen und ähnliche Funktions- und Amtsträger wie Versichertenälteste, Mitglieder der Selbstverwaltungsorgane oder Vertrauenspersonen der Sozialversicherungsträger (gilt bis 30.09.2015)




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