Erwerbsunfähigkeitsrente 2016

EU Rente: ErwerbsunfähigkeitsrenteDie EU Rente (Erwerbsunfähigkeitsrente) galt bis zum 31.12.2000 und wurde am 01.01.2001 durch den Begriff Erwerbsminderungsrente, kurz EM Rente, mit neuen gesetzlichen Regelungen ersetzt. Diese erhalten gesetzlich rentenversicherte Personen auf  Antrag, wenn ihre Leistungsfähigkeit nicht mehr für eine normale Erwerbstätigkeit ausreicht. Wenn die Antragsteller die  EU Rente berechnen, müssen sie hinsichtlich der  Höhe zwischen der teilweisen und vollen Erwerbsminderung unterscheiden.

Voraussetzungen für die EU Rente

Um eine Rente wegen verminderter Erwerbsunfähigkeit zu erhalten, darf die Regelaltersgrenze für die Altersrente noch nicht erreicht sein. Darüber hinaus müssen sowohl bestimmte medizinische als auch versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein.

Teilweise Erwerbsminderung:

Die teilweise Erwerbsminderung wird festgestellt, wenn aufgrund von Behinderung oder Krankheit eine maximale Erwerbsfähigkeit ab drei und unter sechs Stunden pro Tag möglich ist und zwar nicht nur im erlernten Beruf, sondern in allen Tätigkeiten. Dies wird anhand ärztlicher Gutachten durch den Rentenversicherungsträger geprüft. Eventuell werden noch weitere Gutachten angefordert, um das Leistungsvermögen des Versicherten festzustellen.

Volle Erwerbsminderung:

Sollten die drei Stunden Erwerbsfähigkeit pro Tag nicht mehr erreicht werden, liegt die volle Erwerbsminderung vor.

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen für die Erwerbsunfähigkeitsrente

Zu den versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für den Erhalt einer Erwerbsminderungsrente gehört, dass der Versicherte vor dem 02.01.1961 geboren ist und mindestens fünf Jahre der gesetzlichen Rentenversicherung angehört hat (allgemeine Wartezeit). Weiterhin müssen innerhalb der letzten fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 36 Pflichtbeiträge / Monatsbeiträge für eine versicherte Tätigkeit oder Beschäftigung geleistet worden sein (versicherungsrechtliche Voraussetzung).

Behinderte Menschen und Personen, die aufgrund eines Arbeitsunfalls erwerbsunfähig geworden sind, sind von diesen Voraussetzungen befreit.

Für die Wartezeit zählen mit:

  • Pflichtbeitragszeiten, unter bestimmten Voraussetzungen auch Zeiten des Bezuges von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Krankengeld oder Übergangsgeld, Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege, Zeiten der Kindererziehung und freiwillige Beitragszeiten
  • Zeiten aus Zuschlägen für eine geringfügige Beschäftigung (vor 2013 versicherungsfreier 400-Euro-Job, ab 2013 von der Versicherungspflicht befreiter 450-Euro-Job)
  • Zeiten aus einem Versorgungsausgleich bei Scheidung
  • Ersatzzeiten, wie zum Beispiel Zeiten der politischen Verfolgung in der DDR
  • Zeiten aus einem Rentensplitting

Bei der Ermittlung des Fünfjahreszeitraumes bleiben Zeiten, die unverschuldet, z. B. wegen Arbeitsunfähigkeit oder Schwangerschaft nicht mit Pflichtbeiträgen belegt werden können unberücksichtigt. Der Zeitraum von fünf Jahren wird um die genannten Zeiten in der Vergangenheit verlängert, so dass unter Umständen mit weiteren Pflichtbeiträgen in diesem Verlängerungszeitraum die erforderlichen drei Jahre Pflichtbeiträge erfüllt sind.

Höhe der Erwerbsminderungsrente

Höhe der Erwerbsunfähigkeitsrente berechnungDie Höhe der Erwerbsminderungsrente ist davon abhängig, ob eine teilweise oder volle Erwerbsminderung vorliegt.

Weitere wichtige Faktoren, die zur Berechnung erforderlich sind, sind das Lebensalter, die Anzahl der Jahre, in denen Beiträge gezahlt worden sind (Beitragsjahre) und die Höhe des vorangegangenen Einkommens. Die Bemessung erfolgt auf Grundlage des durchschnittlichen Einkommens der letzten drei Jahre vor Antragstellung.

Sollte die Erwerbsunfähigkeitsrente vor dem 63. Lebensjahr in Anspruch genommen werden, gelten Abschläge (0,3% pro Monat vor vollendetem 63. Lebensjahr, aber nicht mehr als 10,8%). Diese Regelung wird seit 2012 stufenweise angehoben, der Rentenbeginn wird dann auf das 65. Lebensjahr festgesetzt.

Wartezeit

Die Wartezeit von fünf Jahren ist unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig erfüllt, z.B. wenn der Versicherte wegen einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls, einer Wehrdienst- oder Zivildienstbeschäftigung oder wegen politischen Gewahrsams vermindert erwerbsfähig geworden ist. In diesen Fällen genügt schon ein einziger Beitrag zur Rentenversicherung.

Bei Eintritt einer Berufskrankheit oder eines Arbeitsunfalls jedoch nur, wenn der Betroffene zum Zeitpunkt der Erkrankung oder des Unfalls versicherungspflichtig war. Ist dies nicht der Fall, müssen in den letzten zwei Jahren Pflichtbeiträge für eine versicherte Tätigkeit oder Beschäftigung gezahlt worden sein.

Wartezeit bei ErwerbsunfähigkeitsrenteEine vorzeitige Erfüllung der Wartezeit ist auch dann gegeben, wenn vor Ablauf von sechs Jahren nach Beendigung einer Ausbildung der Versicherte voll erwerbsgemindert geworden ist und in den letzten zwei Jahren vorher mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Tätigkeit oder Beschäftigung gezahlt hat. Der Zeitraum von zwei Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung verlängert sich um Zeiten einer schulischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres, längstens jedoch um sieben Jahre.

Versicherte, die die Wartezeit von fünf Jahren bereits vor dem 01.01.1984 erfüllt haben, können auch ohne die drei Jahre Pflichtbeiträge innerhalb des Fünfjahreszeitraumes rentenberechtigt sein, vorausgesetzt jeder Kalendermonat in der Zeit vom 01.01.1984 bis zum Eintritt der Erwerbsminderung kann mit Anwartschaftserhaltungszeiten (freiwillige Beiträge, mitunter auch Zeiten der Arbeitslosigkeit etc.) belegt werden.

Erwerbsminderungsrente berechnen

Höhe der ErwerbsunfähigkeitsrenteDie Höhe der Erwerbsminderungsrente richtet sich nach den Beitragsjahren und dem Einkommen. Als Grundlage dient das Durchschnittseinkommen der drei Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung. Zu erwarten sind hinsichtlich der Höhe etwa 65 Prozent des Nettoeinkommens, wobei die Rentenversicherungsträger nach einem komplexeren Schlüssel die EU Rente berechnen. Entgeltpunkte und ein Abzug aufgrund des Lebensalters beeinflussen ebenso wie ein möglicher Hinzuverdienst die Höhe der Erwerbsminderungsrente.

EU Rente abgelehnt – Was nun?

Gegen eine Ablehnung des Antrages auf die Erwerbsminderungsrente ist Widerspruch möglich, dem allerdings nicht stattgegeben werden muss. Einige Antragsteller beschreiten den Klageweg, andere lassen sich weiter krankschreiben. Letzten Endes bleibt bei einem Unterliegen vor dem Sozialgericht nur die Sozialhilfe.

Quellen:

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